Eindrücke vom BLOGST Pro Workshop in Frankfurt am Main

Ein Workshop „im hippen Frankfurter Bahnhofsviertel“?! Bin ich noch noch ganz bei Trost?! Jahre zuvor hatte ich in dieser Gegend ein unschönes Erlebnis und fürchtete daher, erneut in die falsche Straße abzubiegen.
Am 16.03.2013 war mein Weg zwar etwas umständlich, aber ich kam unbeschadet an. Geheimtipp: Der Durchgang von der Düsseldorfer Straße zur Niddastraße spart Zeit.


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Aufnahme von Google Earth

Zunächst fällt es mir schwer zu erkennen wer Hotelgast und wer Angestellter ist. Alle bewegen sich stylisch und ihre Umwelt ignorierend umher. Ich fühle ein wenig wie in einem Berliner Hostel. In diesem Moment klingelt das Rezeptionstelefon und eine Angestellte bekennt sich als solche. Nach etwas Wartezeit weist sie mir den Weg zu den Meetingräumen.

Die Gestaltung der Lobby und der angrenzenden Räume wirkt auf den ersten Blick zufällig und improvisiert. Ich sehe eine bemalte Schaufensterpuppe, alte Poster, bunt lackierte Treppengeländer. Wie in einem Großstadt-Hostel eben.

Auf den zweiten Blick fällt jedoch der Einsatz außergewöhnlicher Produkte auf. Teppichboden mit Holzmaserung und abgerundete Ecken im Aufzug gibt es weder bei IKEA noch second hand.
Spätestens da erkennen auch stylistisch ungeübte Gäste, dass die Gestaltung des 25hours von Profis übernommen wurde.

Partner bei der Gestaltung des 25hours Hotels im Frankfurter Bahnhofsviertel war niemand Geringeres als das Styling-Team von Levi’s®. Die „alten Poster“ sind historische Werbemittel von Levi’s®, die Schaufensterpuppe trägt ihre Jeans und das nicht erkennbare Outfit der Hotelangestellten stammt auch aus der Levi’s®-Kollektion.

Team und Teilnehmerinnen

Geleitet wurde der Workshop von der hauptberuflichen Interior Designerin Clara und der Social Media Managerin Ricarda. Mit ihren Blogs tastesherriff und 23qm Stil haben die beiden bereits einen großen Bekanntheitsgrad und einige Werbekunden gewonnen. Tolle Vorbilder also für angehende Profi-Bloggerinnen.

Als History & Heritage Bloggerin war ich erwartungsgemäß allein auf weiter Flur. Die weiteren Teilnehmerinnen kann man folgendermaßen einteilen (Angaben ohne Gewähr!).

Die größte Gruppe machten die Designerinnen & Stylistinnen aus. Sie stellen in ihrem Blog u.a. Produkte vor, die sie auch verkaufen.

Lea Sophie von Marktwelten bloggt über Märkte jeder Art und Katharina von herzkaspar hat sogar schon einen veranstaltet: Den Handmade-Markt im Grünen.

Lifestyle-Bloggerinnen mit wechselnden Themen:

Außerdem die Backbloggerin Theresa von Kleines Törtchen, die Gartenbloggerin Iris von Rheingrün und die Reisebloggerin Nina von Bettendecker.

Inhalte des Workshops und ihre Auswirkungen

Kurz nach dem Workshop war ich der Meinung, dass ich seine Inhalte schnell wieder vergessen würde. Aber beim Sichten meiner Notizen nach zwei Monaten fiel mir auf, dass sich viele Tipps und Tricks in meinen Arbeitsalltag eingeschlichen haben.

Visuelle Lerntypen ansprechen

Ich lese zwar auch Kurzmeldungen, aber wenn mich ein Thema interessiert, kann der Text nicht ausführlich genug sein. Um etwas dauerhaft zu verinnerlichen, muss ich es mit eigenen Worten aufschreiben. Bloggen ist so betrachtet eine Weiterführung meiner bei Kommilitonen beliebten Lernskripte. Beim Bloggen stelle ich mir einen Leser vor, der umfassend und unterhaltsam informiert werden möchte.

Während des BLOGST Workshops wurde mir klar, wie groß der Anteil an visuell orientierten Typen bzw. visuellen Lerntypen unter den Bloglesern ist und dass darunter auch nette, interessante Menschen sind.
Deshalb werde ich mein Blog zwar nicht komplett umstellen, aber regelmäßig visuell unterstützte Wissenshäppchen anbieten.

Die folgenden Tipps von Clara und Ricarda halfen mir bei der Entwicklung des Montagsbilds, dem Format für visuelle Lerntypen:

  • Biete Identifikationsmöglichkeiten!
  • Nimm Deinen Leser mit und schließe mit einer Frage.

Redaktionsplan und Zeitmanagement

Planen eines Blogposts. Wer errät das wirkliche Thema?

Das Schöne an rein weiblich besetzten Veranstaltungen ist, dass die meisten Teilnehmerinnen das Thema punktuelle Arbeitszeiten kennen. Gebloggt wird während das Baby schläft, das Kleinkind im Kindergarten ist oder bis der Schüler aus der Schule kommt. Oder nachts.
Daher spielte das Thema Zeitmanagement beim BLOGST Pro Workshop eine wichtige Rolle.

Ich kenne meine verfügbaren Zeiten recht gut und versuche sie, wie von Clara empfohlen, stundenweise einzuteilen. An manchen Tagen klappt das prima. Aber bisweilen kommen interessante Konferenzen und Tagungen in die Quere, an denen man via Twitter oder Videostreaming teilnehmen und bisweilen sogar Fragen stellen kann (z.B. der Rheinland Pfälzische Archivtag unter dem Hashtag #rlpat13 oder die ENVIV-Konferenz in Tutzing #enviv ). So lange ein Großteil meiner Tätigkeit Orientierung in sich noch formierenden Markt ist, werde ich für eine interessante Veranstaltung alles stehen und liegen lassen.
Einerseits lerne ich dabei neue Ansätze und Websites kennen, andererseits kann ich mich so potentiellen Kooperationspartnern vorstellen, ohne meinen Schreibtisch zu verlassen.
Offenes TODO: eine monatliche Arbeitsstunde zur Online-Konferenzplanung einführen.

Goodie-Bag

Wie an den Fotos zu erkennen, haben sich nicht nur die Tipps, sondern auch die Goodies aus dem Goodiebag in meinem Arbeitszimmer eingelebt:

Ausblick

Die inhaltliche und formelle Gestaltung eines Mediakitswurden im BLOGST Pro Workshops ausführlich erklärt. Dieses Blog, AliceScheerer.de ist mein nächster Schritt in Richtung Professionalisierung und wird zukünftig auch Heim eines Mediakits sein.
Außerdem möchte ich im nächsten Jahr an einer Online-Schulung zum Thema Bloggen wie z.B. Blogboss teilnehmen.

Kein Blogpost ohne Geschichte

Das Treppenhaus erinnerte mich an einen Fernsehbeitrag, in dem von einem Treppenhaus im Frankfurter Bahnhofsviertel erzählt wurde, das Oskar Schindler gebaut haben soll. Leider fand ich den Beitrag nicht wieder, aber die Recherche brachte Folgendes zu Tage: Nach dem Krieg war Oskar Schindler unter anderem Direktor des Kunst- und Betonsteinwerks Link1 in Hochstadt bei Hanau. Bis zum Konkurs hat er wohl den Kunststein für so einige Frankfurter Treppenhäuser geliefert, diese aber nicht selbst gebaut. Bis 1971 wohnte er einen Steinwurf vom 25hours entfernt, in der Straße „Am Hauptbahnhof“, die in die Düsseldorfer Straße übergeht 2.

  1. Quelle: Abschriften von Artikeln über Oskar Schindler.
  2. Genaueres über mögliche Treppen würde ich sicherlich im Buch „Immer neue Geschichten“ finden, in dem Dieter Trautwein seine Erinnerungen aus Schindlers Frankfurter Zeit aufzeichnete. Ein paar Informationen zu Gisela Trautwein.

Veröffentlicht von

Alice Scheerer ist Diplom Informationswirtin und freie Online-Redakteurin. Auf AliceScheerer.de bietet sie einen Blick hinter ihre fachlichen Kulissen und berichtet von Weiterbildungen, Konferenzen und präsentiert Beispieltexte. Gefallen gefunden? Mehr über ihre Dienstleistungen auf der Startseite. Beispiele für Texte rund um das Wiederverwenden bewährter Produkte, Techniken und Traditionen finden Sie auf SlowLifeLab.de.

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